Kronach, Wasserburg Mitwitz und Korbmuseum
Ausflug:
Ein praller Korb Oberfranken.
Tagesausflug nach Kronach und Umgebung mit Kirche, Schloss und Korbmuseum
Oberfranken wirkt wie das Aschenputtel Frankens. Dabei hat die Region so viel zu bieten: Schmucke Städte, idyllische Natur und interessante Kultur. Einen Eindruck schenkt der Tagesausflug des Industrie- und Kulturvereins in den Frankenwald am Dienstag, 29. September 2026.
Von Fürth und Nürnberg aus geht es mit dem Reisebus zunächst nach Seibelsdorf nahe Marktrodach. Die Markgrafenkirche des Örtchens gilt als eines der besten Beispiele für diesen spätbarocken Baustil. Sie wurde von 1735 bis 1760 erbaut und ist 2010 umfassend renoviert worden. Das Gotteshaus glänzt nicht nur mit einem 50 Meter hohen Turm, sondern vor allem mit der Inneneinrichtung. Der Stil ist evangelisch-nüchtern, der Kanzelaltar von Johann Gabriel Räntz aber ist reich verziert und mit goldenen Elementen gestaltet. In der Deckenbemalung des Langschiffs, das im Rokoko-Stil gehalten ist, findet sich auch die Initiale F des Landesherren Friedrich von Kulmbach-Brandenburg-Bayreuth. Ganz modern ist der vormals leere Deckenspiegel. Der Künstler Gerhard Mayer gestaltete hier eine wogende Tuschezeichnung.
Weiter nach Kronach, das sich Lucas-Cranach-Stadt nennt und eine gut erhaltene historische Altstadt besitzt. Hoch über den Fachwerkhäusern und Sandsteingiebeln thront die Festung Rosenberg. Die ehemalige Bambergische Bischofsburg ist eine der am besten erhaltenen Festungsanlagen Europas. „Nie bezwungen! Nie erobert!“ rühmen die Kronacher. Dies konnte nur durch stete Erneuerung und Anpassung an die jeweilige Wehrtechnik gelingen. Entsprechend sind an der Festung, die 1249 erstmals erwähnt wird, noch heute ihr Ursprung in einem mittelalterlichen Bergfried, die Tore und Türme des 16. Jahrhunderts und der Ausbau zu einer spätbarocken Bastion zu erkennen. Ihr unterirdisches Gangsystem gehört zu den Höhepunkten der Festungsführung.
Nach der Mittagspause bringt der Bus die Ausflügler des Industrie- und Kulturvereins ins unweit gelegene Örtchen Mitwitz. Ziel ist die dortige Wasserburg. Ihre Anfänge liegen im 13. Jahrhundert, 1575 dann erwarb der Bamberger Fürstbischof Veit von Würtzburg die Schlossanlage. Im Familienbesitz wurde sie gegen Ende des 16. Jahrhunderts im Renaissancestil umgebaut. Auch im Barock, im Historismus und dem Jugendstil wurde weitergebaut – bis 1922 der letzte männliche Vertreter derer von Würtzburg starb. Die Wasserburg ging in den Besitz der Familie Cramer-Klett über und wurde 2020 vom Landkreis Kronach übernommen.
Die Burg, eingebettet in eine Teich- und Parklandschaft, besteht aus zwei Teilen. Zum einen der Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden und einem herausgehobenen Tor und zum andern der von einem breiten inneren Wassergraben umflossenen Hauptburg. Dieses Schloss besteht aus vier Flügeln mit Ecktürmen, sein Nordostflügel ist zum Museum ausgebaut.
Zu sehen ist die Innenausstattung aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Das Wasserschloss ist mutmaßlich das einzige Haus seiner Art in Franken, das fünf Räume mit originaler, barocker Wandbespannung präsentieren kann. Ausstattung, Mobiliar und Kunst erinnern an die familiären Bindungen der Freiherren von Würtzburg nach England, Italien und Griechenland. So ist ein Gedenkraum dem englischen Admiral Lord Lyons gewidmet, der in der viktorianischen Zeit in Großbritannien militärisch wie diplomatisch Ansehen genoss.
Zum Abschluss des intensiven Ausflugstages besichtigt die IKV-Gruppe noch das Deutsche Korbmuseum in Michelau. Korbmacher, das war ein traditionelles Handwerk in Oberfranken. Noch heute befindet sich die einzige deutsche Berufsfachschule dafür im nahgelegenen Lichtenfels. Und natürlich sagt niemand mehr Korbmacher, sondern der Beruf heißt jetzt: Flechtwerkgestalter/in.
Dass die Umbenennung gerechtfertigt ist, beweist die Ausstellung im ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus einer bedeutenden Michelauer Korbmacherfamilie. In 26 Räumen des Museums sind circa 2000 Exponate aus aller Welt versammelt. Angefangen bei Exotischem wie einer japanischen Tempelvase über einen robusten Ballonkorb, der mehrere Personen tragen kann, und französische Rosenschnittkörbe bis zur Tasche aus Birkenrinde. Erklärt werden zudem die verschiedenen Techniken des Flechtens – und an Samstagen führen geschickte Korbmacher ihre Kunst live vor.
Schließlich heißt es Abschiednehmen und die Rückfahrt antreten. Doch die sympathische Region ist nicht weit und heißt auch „private“ Besucher willkommen.
Tagesausflug nach Oberfranken
Dienstag, 29. September 2026
Reiseleitung: Dr. Verena Friedrich
Kosten: 120 Euro für IKV-Mitglieder,
130 Euro für Gäste
(Inklusive Busreise, Eintritte und Führungen. Speisen und Getränke bei der Einkehr sind selbst zu zahlen.)
Abfahrt ist um 7:30 Uhr an der Hans-Vogel-Straße in Fürth und um 8 Uhr an der Meistersingerhalle in Nürnberg, Rückkehr voraussichtlich gegen 19.30 Uhr.
Anmeldung:
Anmeldung bei der Geschäftsstelle des Industrie- und Kulturvereins: Telefon 0911 – 53 33 16 oder per E-Mail unter ikv-nuernberg@t-online.de
