Lade Veranstaltungen

Lesung: „Zeit von Blut und Tränen“

Autorin Silvia Heid liest aus ihrem zweiten Roman, Fortsetzung der Bauernkriegssaga

27. Oktober : 18:00

Geht es gut aus für Madlen? Im zweiten Band ihrer Bauernkriegssaga enthüllt Silvia Heid, was das Schicksal für die entflohene Leibeigene bereithält. Die Schnaittacherin, die das Stadtparkjournal bei ihren ersten Schritten ins Autorenleben begleitet hat, wird am Dienstag, 27. Oktober 2026, im Parks aus ihrem neuen Buch lesen.

Eigentlich war alles ganz anders geplant. Silvia Heid hatte die ganze Geschichte von Madlen, den aufständischen Bauern und ihrem adligen Anführer Florian Geyer in einem Zug geschrieben. Mehr als tausend Seiten lang. Dem renommierten Gmeiner Verlag, der ihr Buch angenommen hatte, war das zu viel. Also wurde geteilt. Band eins „Flammen über dem Taubertal“ erschien Mitte 2025, jetzt folgt im Juli die „Zeit von Blut und Tränen“.

„Die Leser haben gemerkt, da ist ein Bruch drin“, erzählt Silvia Heid im Telefonat. Aber es gibt auch eine positive Seite: „Jetzt warten alle sehnsüchtig auf den zweiten Teil.“ Ihr Debüt lief bemerkenswert gut, mehr als 2400 Exemplare inklusive E-Books sind verkauft. Der Lektor fand das „beachtlich für einen Roman, der kein gehyptes Thema und keine gehypte historische Epoche aufgreift“.

Erst im Herbst hatte der Verlag entschieden, dass der zweite Band produziert werden sollte. Das Procedere dann „das Übliche“, sagt Silvia Heid mit der Nonchalance einer routinierten Schriftstellerin. Eine Überleitung schreiben, das Lektorat durchstehen, einen Titel überlegen, Texte für die Klappe und die Rückseite schreiben, das Cover aussuchen.

Und was wird aus Madlen? „Ich mag keine Bücher, in denen es komplett schlecht ausgeht“, sagt Silvia Heid. Verraten will sie aber nur so viel, dass es zwar kein Happy End gibt, aber doch ein Licht am Horizont. Zuvor schildert sie – historisch korrekt – wie der Bauernkrieg in Franken endete. Mit grausamen Blutgerichten in Rothenburg, in Kitzingen, in Würzburg.

Zum Erscheinungstermin soll es bei Hugendubel in Würzburg sogar zwei Events geben: Lesungsrundgänge zu den Schauplätzen. Sieben Lesungstermine anderswo stehen schon fest, vier weitere sind geplant.

Silvia Heid scheint sich wohlzufühlen im Buchgeschäft. „Im vergangenen Jahr habe ich viel dazugelernt. Die Buchblase ist eine ganz eigene Welt“, sagt sie. Wichtig sei, selbst aktiv zu werden und Werbung fürs eigene „Produkt“ zu machen: Werbekärtchen und Lesezeichen trägt sie immer mit sich, sie knüpft und pflegt Kontakte zu anderen Autoren und war auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt unterwegs und nutzt ihren Urlaub, um in Buchläden vorbeizuschauen.

Einen Nebeneffekt hatte sie nicht erwartet. „Ich lese sehr, sehr viel mehr. Bücher von Autoren, die ich kennenlerne, und andere Romane, die ich lesen will. Inhalt und Schreibstil betrachte ich plötzlich mit anderen Augen.“ Kritischer, analytisch.

Denn Silvia Heid arbeitet – neben ihrem Vollzeitjob als Teamassistenz in einem großen Unternehmen, neben der Familie und der Fürsorge für ihre pflegebedürftige Mutter – längst an einem neuen Buch. Als Thema hat sie sich den Fränkischen Krieg vorgenommen: Mitte des Jahres 1523 ging der Schwäbische Bund gezielt gegen „Raubritter“ vor und zerstörte 23 fränkische Adelsburgen. „Das Thema ist nicht so ergiebig wie der Bauernkrieg und es ist historisch auch nicht so aufgearbeitet, aber ich setze ein Frauenthema mit hinein“, sagt die Autorin. Dann wird’s schon werden.

Schreibangst kennt sie nicht, eher spürt sie einen inneren Drang zum Fabulieren und Konstruieren. Schreiben würde Silvia Heid auch, wenn niemand das Buch veröffentlichen wollte. Dass sie auf Anhieb gleich einen Erfolg gelandet hat, sagt sie aber, „das macht mich sehr glücklich. Es ist ein Traum, in dem ich mich sehr wiederfinde.“

Wer Silvia Heid kennenlernen und in ihr neues Buch hineinschnuppern will und Fragen zum Dasein als Schriftstellerin hat, kann bei der Lesung im Parks die Gelegenheit beim Schopf ergreifen.

Autorenlesung „Zeit von Blut und Tränen“ mit Silvia Heid
Eintritt für Mitglieder 10€, für Gäste 15 €

Kategorien:

Schlagworte:

Parks im Stadtpark

Berliner Platz 9

90409, Bayern 90409 Germany