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Auf den Spuren der Römer

Herbstreise:

Fünf Tage im Herbst nach Trier an Mosel und Saar. 

Sie eroberten Teile Germaniens und trugen ihre Kultur im Gepäck: die Römer. 500 Jahre lang herrschten sie links des Rheins. Wer römische Sehenswürdigkeiten in Deutschland sucht, ist deshalb an Saar und Mosel genau richtig. Die Herbstreise des IKV vom 6. bis 10. Oktober steht ganz im Zeichen der Geschichte und hält jede Menge Superlative bereit.

1. Reisetag
Römerkastell bei Homburg und Porta Nigra in Trier

Ziel der Reise ist das rund 400 Kilometer von Nürnberg entfernte Trier. Schon auf dem Hinweg steuert der Reisebus das Römermuseum Schwarzenacker an, ein archäologisches Freilandmuseum nahe Homburg im Saarland. Mitte der 1960er Jahre fanden hier erste Ausgrabungen statt, parallel dazu wurde das Museum aufgebaut. Was man heute weiß: An dieser Stelle befand sich einst eine gallorömische Etappenstadt auf dem Weg nach Augusta Treverorum, wie Trier damals hieß.

Die Etappenstadt erstreckte sich über 25 bis 30 Hektar und soll etwa 2000 Einwohner gehabt haben. Im Jahr 275 n.Chr. wurde sie von den Alemannen überfallen und niedergebrannt, der spätere Wiederaufbau nahm den Grundriss der Straßenzüge auf – doch die Stadt, deren Name bis heute unbekannt ist, erlangte nie wieder die frühere Bedeutung.

Das Römermuseum erzählt ihre Geschichte. Einige Gebäude und Kellergewölbe hatten den Alemannen-Sturm überstanden, sie sind (teilweise) rekonstruiert worden. Das Haus des Augenarztes ist darunter, die Taberna „Capitolinus“ und eine Bäckerei sowie eine Herberge, in der Durchreisende ein Quartier fanden. Etwa ein Hektar der früheren Siedlung ist archäologisch untersucht, entdeckt wurden auch überdachte Gehsteige und römische Abwasserkanäle.

Fundstücke aus den Häusern der römerzeitlichen Handwerker und Künstler sind im Edelhaus ausgestellt, das durch einen Barock-Garten mit einem Tempel für den Gott Merkur zu erreichen ist.

Nach dem Mittagessen geht es weiter nach Trier. Was vielen nicht bekannt ist: Das 16 v. Chr. von den Römern gegründete Trier ist die älteste Stadt auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Zur Einstimmung ist ein erster Erkundungsgang durch die Stadt geplant.

Rückblick: Der Ansiedlung in Trier waren Eroberungsfeldzüge der Römer vorausgegangen. In Gallien – also Frankreich – waren sie zwischen 58 bis 51 v. Chr. einmarschiert und wollten eigentlich weiter bis zur Elbe. Doch die verheerende Niederlage in der Varus-Schlacht veranlasste sie zum Rückzug. Die von Arminius geeinten germanischen Stämme hatten die Römer 9 n.Chr. in eine Schlucht im Teutoburger Wald gelockt und töteten drei Legionen samt Hilfstruppen und Tross, also 15.000 bis 20.000 Menschen. Damit war etwa ein Achtel der gesamten römischen Heeres aufgerieben.

In der Folge zog sich Rom auf die linke Seite des Rheins zurück. Zur Abwehr der germanischen Stämme errichteten die Römer ab Ende des 1. Jahrhunderts den Limes, der auch Mittelfranken streift. Sicherheit bot die monumentale Grenzbefestigung den Besatzern jedoch nur relativ kurze Zeit. Um 476 unserer Zeitrechnung gaben die Römer ihre Gebiete im heutigen Deutschland auf. Mit ihnen verschwand auch ein Großteil der zivilisatorischen Errungenschaften, die sie mit ihren Legionen ins Land brachten, darunter Thermen, Fußbodenheizung, Wasserver- und Abwasserentsorgung, Kunst und Kultur.

Aber zurück nach Trier, das mit seinen antiken Schätzen 1986 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurde. Einer der Höhepunkte ist die Porta Nigra, das schwarze Tor. 170 n. Chr. erbaut, war es eines von vier Stadttoren und ist heute das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. Es ist die Sehenswürdigkeit der Stadt und erste Anlaufstelle der Besucher aus Nürnberg. Hier können sie die monumentalen Blöcke aus der Antike anfassen, in den Obergeschossen durch lichtdurchflutete Gänge schreiten und vom 3. Stock aus die Aussicht auf die Altstadt genießen. „100 Prozent Sicht, 70 Prozent Sport“, behaupten die Touristiker.

2. Reisetag
Stadterkundung Trier mit Weinprobe

Um 9 Uhr Aufbruch zum ersten Teil des Stadtrundgangs durch Trier. Es ist nur ein kurzer Spaziergang vom Hotel bis zum Marktplatz, der an sechs Tagen die Woche durch den Wochenmarkt mit seinen Obst- und Blumenständen geprägt ist. In seiner Mitte befindet sich das Marktkreuz aus dem Jahr 958, der nahe Petrusbrunnen zeigt vier wehrhafte Frauen – Allegorien der Tugenden Gerechtigkeit, Stärke, Mäßigung und Weisheit.

Auf diesem zentralen Platz lohnt es, die Blicke schweifen zu lassen. Die Fassaden der umstehenden Häuser sind farbenfroh und reich verziert mit Madonnen, Sternen, Wasserspeiern und vielem mehr. Unauffällig fügt sich die Judenpforte ein. Das historische Stadttor aus dem Jahr 1219 konnte nachts verschlossen werden und riegelte die Judengasse, eines der ältesten erhaltenen jüdischen Wohnviertel in Deutschland, ab. Hier lebten Juden in 60 Häusern, auch Synagogen und eine Mikwe waren vorhanden – bis bei den Pogromen von 1349 die jüdische Bevölkerung vertrieben wurde.

Die nächste Station ist das Palais Walderdorff, ein beeindruckender Komplex von ehemals kirchlichen und weltlichen Verwaltungsgebäuden. 1758 als Dompropstei erbaut, diente es ab 1798 der französischen und später der preußischen Regierung als Sitz. Hauptwache, Regierungskasse, Bezirksausschussgebäude – seine Verwendungen waren vielfältig. Heute sind in den Gebäudeteilen A bis H neben Büros auch die Stadtbibliothek und verschiedene Lokale untergebracht.

In der Tradition der romanischen Wohntürme steht die „Steipe“, mundartlich nach den Stützen benannt, auf denen sie ruht. 1430 als Fest- und Empfangsgebäude der Bürgerschaft errichtet, diente sie vom 15. bis 18. Jahrhundert als Rathaus. Nach der vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude mit seinen Spitzbogen-Arkaden und den Zinnen von 1968 bis 1970 wieder aufgebaut.

Der Stadtspaziergang führt nun zur Abtei St. Irminen in Trier-Oeren. Die Ortsbezeichnung geht auf die spätantiken Getreidespeicher zurück, die nach dem Untergang Roms zuerst an den Landesherren gefallen waren und dann dem Erzbischof geschenkt wurden. Er richtete ein Frauenkloster ein, das schon früh der Benediktinerregel folgte. 1802 wurde das Kloster säkularisiert, ging nach kurzem Leerstand an die Stadt Trier – mit der Auflage, darin Kranken- und Pflegeeinrichtungen anzusiedeln. Noch heute dient St. Irminen als Altenheim.

Trier liegt mitten in einer Weingegend. Gehaltvolle Böden, steile Hänge und ein sonniges Klima bieten beste Voraussetzungen für einen guten Tropfen. Deshalb darf eine Weinprobe nicht fehlen! Um 11 Uhr kehren die Gäste aus Nürnberg deshalb im ältesten Weinkeller Deutschlands ein, den Vereinigten Hospitien. Seine Ursprünge lassen sich bis in die Zeit um 330 n. Chr. verfolgen. Heute ist der Weinkeller Teil des gleichnamigen Stiftsweingutes, das von Napoleon Bonaparte gegründet wurde.

So eingestimmt, verbringen die Reisenden die Mittagspause in Eigenregie in der Altstadt von Trier – und kehren zum Hotel zurück. Von dort aus startet am Nachmittag der zweite Teil des Stadtrundgangs, in dessen Mittelpunkt der Dom und das zugehörige Diözesanmuseum stehen, auch die Liebfrauenkirche wird besucht und eine Kaffeepause eingelegt.

Der Dom St. Peter zu Trier ist die älteste Bischofskirche in Deutschland. „Seit 1700 Jahren kommen Menschen hier zusammen, um zu beten, Gottesdienste zu feiern, die bedeutendste Reliquie, den Heiligen Rock, zu verehren, die Vielfalt an Bau- und Kunststilen zu genießen, Musik zu lauschen oder auch nur eine Kerze anzuzünden“, heißt die Kirchenverwaltung Besucher willkommen.

Der Heilige Rock ist das ungeteilte Gewand Christi. Wie im Johannes-Evangelium berichtet, wurde ein Teil der Gewänder Jesu nach dessen Kreuzigung verteilt, der Leibrock Jesu indessen verlost, da er den Soldaten für eine Zerteilung zu kostbar erschien. Diese Tunika wurde, so will es die Legende, von der heiligen Helena nach Trier gebracht und dort eingemauert. 1512 wurde der Heilige Rock erstmals präsentiert und ist seither Ziel tausender Wallfahrer.

Gleich neben dem Dom befindet sich die Liebfrauenkirche, die zusammen mit der Elisabethkirche in Marburg die älteste gotische Kirche in Deutschland ist. Wohl um 1230 wurde sie auf der Gründung ihres Vorgängerbaus errichtet, am Kirchenbau waren Handwerker aus der Champagne und der Ilê de France beteiligt. Das Gotteshaus, das wie alle Kirchen mehrfach umgestaltet wurde, erlitt im Zweiten Weltkrieg schwerste Schäden. Schon 1951 war der Wiederaufbau abgeschlossen, mehrere Renovierungen folgten.

3. Reisetag
Römische Villen, Archäologiepark und Saarburg als Sitz der Grafen von Luxemburg

Nach dem Frühstück geht’s mit dem Bus zur Römischen Villa Nennig. 1852 hatte ein Landwirt aus dem kleinen Ort an der Mosel zufällig ein Fußbodenmosaik entdeckt, das einst die repräsentative Eingangshalle einer römischen Villa geziert hatte.

Schon früh wurde die Bedeutung des Fundes erkannt und im Jahr 1853 ein Schutzbau errichtet, Besucher können auf einem erhöhten umlaufenden Gang auf das Mosaik hinabblicken. Auf einer Fläche von 10 mal 15 Metern sind rund drei Millionen Steinchen verlegt. Die Motive stellen den Ablauf eines Spektakels in einem Amphitheater dar, inklusive Tierhetzen, Musikdarbietungen und Gladiatorenkampf.

Heute weiß man, dass zu der ehemaligen zweigeschossigen Villa auch eine 250 Meter lange Halle gehörte, dass in unmittelbarer Nähe ein großzügiges Badehaus lag und dass Wohn- und Wirtschaftsgebäude die Anlage abrundeten. Sie ist im Modell nachgebildet, in den Außenanlagen sind Reste der Grundmauern zu besichtigen.

Wie luxuriös die wohlhabenden Römer lebten, lässt sich am besten im Archäologiepark Römische Villa Borg erleben. Die Villa wurde mitsamt Torhaus, Bad und Nebengebäuden rekonstruiert. Sie ist originalgetreu eingerichtet: Von der Eingangshalle mit Marmorboden über die kräftige Wandbemalung und die Skulpturen in den Schlafzimmern bis hin zur Küche und den Latrinen – wo die Römer einstmals nebeneinander und ohne Sichtschutz Platz nahmen.

Die Villa ist von großzügigen Grünanlagen samt Teichen und Küchengarten umgeben, auch eine Taverne ist in Betrieb. In dieser können die Reisenden beim Mittagessen (Selbstzahler) die römische Küche kosten.

Nachmittags dann Weiterfahrt zum atemberaubenden Aussichtsplatz an der Saarschleife bei Mettlach, der einen weiten Blick in die waldreiche Landschaft und auf den Fluss bietet. Die Kaffeepause macht mit Saarburg bekannt. Der einstige Stammsitz der Grafen von Luxemburg liegt 20 Kilometer südwestlich von Trier nahe der Grenze zu Luxemburg, doch auf deutschem Gebiet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die 7500 Einwohner-Stadt im Jahr 964, weil Graf Siegfried J. von Luxemburg auf dem Bergrücken eine Burg errichten wollte. Im 16. Jahrhundert war die Festung in den Religionskriegen und anderen Auseinandersetzungen stark umkämpft, verfiel dann aber Mitte des 18. Jahrhunderts und wurde 1860 von der Stadt Saarburg erworben.

In der Oberstadt und der Unterstadt finden sich noch heute historische Gebäude, die an den Erwerb früherer Jahrhunderte erinnern: Fischerei, Schifffahrt, Lederherstellung und Weberei waren vorherrschende Gewerke. Mitten durch die Stadt fließt die Leuk, die an der ehemaligen kurfürstlichen Mühle über einen Wasserfall 18 Meter in die Tiefe stürzt.

Die steilen Hänge rund um die Stadt sind heute Weinberge. Darüber thront die Ruine der alten Saarburg, die nach steilem Anstieg einen imposanten Blick ins Tal der Saar bietet. Bei der Besichtigung werden auch die Grafen von Luxemburg zur Sprache kommen: Bis 1795 war Luxemburg Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, sein Herrscherhaus stellte mehrere römisch-deutsche Kaiser.

Zum Ausklang des Besichtigungstages steuert die Reisegruppe Igel an. In dem kleinen Mosel-Ort steht die Igeler Säule, das größte an seinem Originalstandort bestehende Pfeilgrab nördlich der Alpen. Die Familie Secundinier, reiche Tuchhändler, hatte es um 250 n. Chr. errichten lassen. Nur ein Irrtum verhinderte, dass das Monument zerlegt wurde: Frühere Historiker nahmen an, die bemerkenswerten Reliefs auf der Säule porträtierten die Vermählung der Eltern von Kaiser Konstantin. Heute weiß man: Es handelt sich um „banale“ Familienszenen.

4. Reisetag
Trierer Schätze, Schifffahrt und Kaiserthermen

Mitten in Trier, am Rand der Fußgängerzone befindet sich das Rheinische Landesmuseum. Als archäologisches Museum präsentiert es rund 200.000 Jahre hiesiger Geschichte, von der Urzeit bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Eine Führung durch die Sammlung ist der erste Programmpunkt des Tages.

Bekannt ist das Rheinische Landesmuseum für seine Mosaikensammlung und die Grabdenkmale, echtes Aufsehen aber erregt der Trierer Goldschatz. 196 n. Chr. wurde während des römischen Bürgerkrieges auch Trier belagert. Ein Einwohner fürchtete wohl um Hab und Gut, vergrub 2650 Goldmünzen in seinem Keller und holte sie nicht wieder hervor. Der Schatz wurde erst 1993 bei Bauarbeiten wieder entdeckt. Er ist der größte Goldmünzenschatz der Kaiserzeit weltweit. Sein Wert ist unermesslich, allein das Goldgewicht liegt bei 18,5 Kilo. Deshalb versuchten wohl auch Einbrecher 2019, ihn zu rauben. Die Polizei verhinderte dies, doch das Münzkabinett war zerstört. Erst seit 2022 ist der Schatz wieder zu besichtigen.

Vor kurzem hat das Rheinische Landesmuseum einen neuen Bereich eröffnet. Im Raumtheater lädt die Inszenierung „Im Reich der Schatten“ zu einer Zeitreise: Der Kaufmann Gaius Albinius Asper trifft auf der Suche nach seiner Liebsten den Götterboten Merkur, der ihn in die Unterwelt führt. Der Story folgend schildert der Film in 360 Grad-Technik das alltägliche Leben im römischen Trier.

Unverzichtbarer Teil dieses Lebens waren Repräsentationsbauten, die die Macht der Kaiser unmittelbar verkörperten. Eines dieser Gebäude steht im Zentrum der nächsten Besichtigung. Im 4. Jahrhundert ließen die römischen Kaiser eine Residenz in Trier errichten, eine Palastaula für Audienzen. Als die Römer die Stadt verließen, brannte das mächtige Gebäude mit 67 Metern Länge und 27,5 Metern Breite und zum Teil vier Meter dicken Mauern aus. Die Ruine bauten die Trierer Bischöfe im Frühmittelalter zu einer burgartigen Anlage um, der sogenannten Konstantinbasilika.

Seit 1856 wird sie als evangelische Kirche genutzt. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde sie in den 1950er Jahren wiederaufgebaut. Aus römischer Zeit erhalten sind die Apsis, die Westwand und Teile der Südwand sowie Außenmalereien an der Nord- und Westfassade.

Nach so viel Geschichte tun Entspannung und ein Perspektivwechsel gut. Die Mittagspause wird in Eigenregie verbracht, danach bringt der Bus die Reisenden an die Anlegestelle der Moselschifffahrt. Bei einer kleinen „Panoramafahrt“ genießen die Passagiere den Blick auf die Stadt vom Wasser aus. Anschließend fährt der Bus zurück zum Hotel.
Der weitere Nachmittag steht zur freien Verfügung.

Wer möchte, kann das Museum Karl-Marx-Haus in der Brückenstraße 10 besichtigen. Hier kam der berühmte Philosoph, Gesellschaftstheoretiker und Kapitalismuskritiker 1818 zur Welt und verbrachte Kindheit und Jugend in Trier, bevor er zum Studium nach Bonn und Berlin ging. Das Museum schildert nicht nur die Person Karl Marx und seine Lebensstationen – er starb 1883 verarmt in London – sondern geht auch den Auswirkungen seiner Ideen bis heute und in der globalen Welt nach.

Alternativ dazu bietet sich ein Besuch der Kaiserthermen an. Die imposante Ruine zeugt von der Badekultur der Römer und dem Luxus, mit dem sie ihr Leben versüßten: Vom Heißwasserbad Caldarium aus reichte der Blick durch Fensterarkaden bis zum Petriberg, im Frigidarium ließ man sich mit kaltem Wasser begießen und im Unctuarium auf Marmorbänken massieren. Oberirdisch folgen Besucher dem Weg der antiken Badegäste, unterirdisch können sie die Gänge besichtigen, durch die Sklaven zum nächsten Einsatz hetzten und durch die parallel das Abwasser lief. Übrigens: In der geplanten Größe wurde die Therme nie vollendet.

5. Reisetag
2000 Jahre Kelten, Römer, Frankenund Deutsches Eck

Auch der letzte Reisetag steckt voller Kultur! Nach dem Frühstück wird das Gepäck im Bus verstaut, es geht um 8.30 Uhr entlang der Mosel nach Nordosten. Das erste Etappenziel ist Treis-Karden, wo das Stiftsmuseum im renovierten Zehnthaus hinter der Stiftskirche besichtigt wird.

Es verspricht einen Überblick über 2000 Jahre Orts- und Religionsgeschichte, und die ist hier besonders interessant. Die Kelten siedelten am Martberg lange bevor die Römer kamen, die wiederum das Örtchen Cardena gründeten – der Ursprung des heutigen Kardens. Bei Ausgrabungen wurde ein großer Töpferbezirk entdeckt, in dem Weihegeschenke produziert wurden. Im Museum sind darüber hinaus Waffen, Schmuck und Münzen ausgestellt.

Auf die Römer folgten die Christen. Seit dem späten 9. Jahrhundert war Karden einer der fünf Verwaltungsbezirke des Erzbistums Trier. Sein Einfluss reichte weit, die Einkünfte des Stifts waren beachtlich. So dass das Museum seinen Besuchern auch vielfältige sakrale Kunst präsentieren kann.

Weiter geht’s zum Deutschen Eck, wo die Mosel in den Rhein mündet. Der Zusammenfluss ist eines der beliebtesten Fotomotive in Deutschland und er gab Koblenz seinen Namen. Aus „Castellum apud Confluentes“ – dem Kastell bei den Zusammenfließenden – wurde im Laufe der Zeit Koblenz.

Die Landspitze zwischen beiden Flüssen wird vom Kaiser Wilhelm Denkmal dominiert. Nach dem Tod von Wilhelm I. (1797 – 1888), der Deutschlands Einigung herbeigeführt hatte, wollte man dem Kaiser ein Denkmal setzen. Die Wahl fiel auf Koblenz, wo zunächst ein Nothafen zugeschüttet werden musste. Ende August 1897 schließlich wurde das Monument mit seinem 14 Meter hohen, aus Kupfer gefertigten Reiterstandbild eingeweiht. Dieses wurde 1945 durch Artilleriebeschuss zerstört und erst 1993 eine Rekonstruktion auf den 23 Meter hohen Sockel gehoben. Seit 2002 ist das Denkmal Teil des Unesco-Welterbes Mittleres Rheintal und zieht jährlich zwei Millionen Besucher an.

In Nähe des Deutschen Ecks, in der Altstadt von Koblenz befindet sich die Basilika St. Kastor. Sie ist das nächste Ziel. Auf den Resten eines gallorömischen Umgangstempels errichtet, wurde sie im Jahr 836 geweiht und bald schon erweitert. Der Sakralbau wurde zum bedeutenden Treffpunkt von Kaisern und Königen und Schlichtungsort ihrer Streitereien. Ende des 19. Jahrhunderts erhielt St. Kastor eine Tuffsteinverblendung und damit das heutige Aussehen. 1991 wurde sie von Johannes Paul II zur päpstlichen Basilika erhoben.

Nach der organisierten Mittagspause (Selbstzahler) macht sich die Reisegruppe auf den Heimweg nach Nürnberg.

Auf den Spuren der Römer –
Herbstreise des IKV an Mosel und Saar

Dienstag, 6. bis Samstag, 10. Oktober 2026

Kosten: 1330 für Mitglieder, 1430 für Gäste
(Einzelzimmerzuschlag 200 Euro)

Leistungen: Busreise, 4 x Übernachtung im
im Hotel Park Plaza Trier mit Frühstück und
Abendessen, Schifffahrt und Weinprobe,
Trinkgelder

Reiseleitung Dr. Verena Friedrich
Änderungen vorbehalten!